Neuanstellungen: Mehr als die Hälfte der gesuchten Arbeitskräfte ist nicht zu finden
Über die Hälfte der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Südtiroler Unternehmen benötigen, ist schwer zu finden. Dies geht aus den Daten des Informationssystems Excelsior-Unioncamere zum Personalbedarf der Südtiroler Unternehmen hervor. Die gesuchten Profile umfassen verschiedenste Fachrichtungen: Techniker:innen, Mechaniker:innen, Facharbeiter:innen, aber auch Fahrer:innen. In einigen Branchen, wie beispielsweise der Metall- und Holzindustrie, steigt die Schwierigkeit bei der Personalbeschaffung auf Spitzenwerte von über 60%, was vor allem an einem Mangel an Bewerbenden liegt. Der demografische Wandel und der europaweite Wettbewerb um Talente werden die Situation zusätzlich verschärfen.
„Talente in Südtirol zu halten und anzuziehen wird entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region und damit den Wohlstand und die Wohlfahrt zu sichern. Die Südtiroler Industrie kann dank ihrer hochwertigen Arbeitsplätze einen wesentlichen Beitrag leisten“, betont der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper.
Bestätigt wird dies durch die jüngsten Daten der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle des Landes: in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 waren im verarbeitenden Gewerbe der Industrie 91,5% der Beschäftigten mit unbefristetem Vertrag eingestellt, eine Zahl, die um 18 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt (73,8%) liegt und um rund 12 Prozentpunkte höher ist als im öffentlichen Sektor (79,6%). „Die Arbeitsplätze in der Industrie sind nicht nur sicher, sondern im Schnitt auch besser bezahlt“, so Rieper.
Wie der Unternehmerverband unterstreicht, besteht besonders in zwei Bereichen Handlungsbedarf: Einerseits müssen junge Menschen besser über die zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten in den Hightech-Unternehmen Südtirols informiert werden, andererseits muss Südtirol als Ort zum Arbeiten noch attraktiver werden. „Zentral sind leistbare Wohnungen, insbesondere in Miete. Ebenso wichtig wird es sein, die Steuerbelastung auf Arbeit zu senken, damit den Mitarbeitenden mehr Netto vom Brutto auf dem Gehaltszettel bleibt: In dieser Hinsicht begrüßen wir den Vorschlag der Landesregierung, den regionalen Einkommensteuerzuschlag zu senken, und sind überzeugt, dass auch Spielraum für eine Senkung der IRAP besteht“, so Rieper weiter.
Zudem gelte es, das Potenzial an verfügbaren Arbeitskräften voll auszuschöpfen, indem die Frauenbeschäftigungsquote erhöht wird, sowie die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit jene Menschen, die das Rentenalter erreicht haben und aktiv im Arbeitsleben bleiben möchten, dies tun können.
Zusätzliche Maßnahmen sind auch notwendig, um neue Arbeitskräfte nach Südtirol zu holen. „Zum Beispiel durch die Einrichtung eines Welcome Centers, einer zentralen Anlaufstelle, die neuen Mitarbeitenden, die zu uns kommen, dabei helfen soll, sich schnell in das Südtiroler Umfeld zu integrieren, sowie durch den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke, die Südtirols Positionierung als modernen und attraktiven Arbeitsort stärkt“, schließt Rieper.




